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Patrizier

Was für Menschen waren die Patrizier? Das Wort leitet sich von „patres“ ab, das „Väter“ oder auch „Väter des Volkes“ bedeutet. Und so war auch die Stellung dieser Menschen in der damaligen Gesellschaft des Alten Roms. Gehörte man zu dieser Gesellschaftsschicht, dann war man auf der Sonnenseite des Lebens angekommen. Es waren die bevorzugten Familien, eben die Patrizier, die im Alten Rom das Leben mitbestimmten. Aus diesen Familien gingen Männer hervor, die als Senatoren und andere Würdenträger die Entwicklung ihrer Städte mitbestimmten. Als der letzte römische König stürzte, traten die Patrizier auf den Plan und traten die Herrschaft an. Somit galten die Patrizier als ein Geburts- und Geldaristokratie, die ihre Macht auch weiter vererben konnte. Die einzelnen Patrizierfamilien standen sich in gegenseitiger, hochformalisierter Freundschaft nahe, allerdings schloss das Intrigen und eine gegenseitige Rivalität nicht aus.

Patrizier

Somit galten die Patrizier als ein Geburts- und Geldaristokratie, die ihre Macht auch weiter vererben konnte.

Der politische Machtkampf

Das Patriziat grenzt sich nicht nur standesgemäß von der Bevölkerung ab, sondern auch auf dem Gebiet der Bildung und der Kultur. Da die Patrizier Nachkommen von höchstrangigen Adeligen waren, beanspruchten sie Bildung und politische Macht und verweigerten dem gemeinen Volk, den Plebejern, den politischen und gesellschaftlichen Aufstieg. So war es dem Plebejer, auch wenn er aus einer vermögenden Familie stammte, nicht möglich, im Senat oder dem Konsulat tätig zu werden. Die römische Republik überließ diese Aufgaben vorrangig der Geburtsadelklasse des Patriziats, also dem Patrizier. Mit dem Beginn der Standeskämpfe, 493 v. Chr., konnten sich die Plebejer endlich die ihnen zustehende politische Gleichheit erzwingen. Damit verloren die Patrizier erstmals ihre Vormachtstellung und sie konnten nur noch auf ihre vornehme Abstammung zurückblicken. Unter Einbeziehung der Plebs entstand ein neues System, die Magistraturen. An der Spitze der Magistrate standen die Konsuln, die dann auch die Möglichkeit hatten, in den römischen Senat aufzurücken. Ein ganz einschneidender Schritt, der das patrizische Machtmonopol brechen sollte, war das „Zwölftafelgesetz“, welches das Straf- und Zivilrecht schriftlich fixierte, ebenso die Prozessordnung. Damit konnte endlich der aristokratischen Amtswillkür der Patrizier Einhalt geboten werden.

Das Patriziat nach der römischen Republik

Trotzdem in dieser Zeit die Plebejer eine politische Gleichstellung erreicht hatte, blieben ihr Mitspracherecht bei existenziellen und politischen Entscheidungen unberücksichtigt. Obwohl die Patrizier fast alle Privilegien verloren hatten und machte ein anderes Phänomen von sich reden, die Anzahl der Patriziergeschlechter. In der Frühzeit gab es in der römischen Republik annähernd 50 oder 60 patrizische Geschlechter, so waren es am Ende der Republik nur noch etwa ein Dutzend Patriziergeschlechter. Kaiser Augustus und nach ihm noch weitere Kaiser erlaubten die Aufnahme von vornehmen, aber plebejischen Geschlechtern in das Patriziat. Erst unter Konstantin dem Großen entstand wieder ein neues Patriziat, welches allerdings die einstige Oberherrschaft über Rom nicht wieder in dem Maß zurück bekam, wie in den Hochzeiten des Patriziat.