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Konsulat

Das Konsulat war in der Römischen Republik das höchste bürgerliche und militärische Amt. Es bestand bis in die Spätantike, verlor aber mit Beginn der Kaiserzeit stark an politischer Bedeutung und damit an Macht. Jedes Jahr bekleideten nach erfolgter Wahl zwei Konsuln das Konsulat. Mit dem Jahr 153 v. Chr. begann ihr Konsulat am 01.Januar. Die Konsuln gaben dem Jahr ihren Namen. In der Jahresbezeichnung wurden die Namen der Konsuln hinter einander genannt. Beispiel: Im Jahr der Konsuln Bibulus und Cäsar fand dieses Ereignis statt. Ein Römer, der ein Konsulat bekleidet hatte, gehörte immer der senatorischen Elite an.

Konsulat

Das Konsulat war in der Römischen Republik das höchste bürgerliche und militärische Amt.

Die Entwicklung des Konsulats bis 153 v. Chr. und Problemen der Forschung

Mit dem Sturz des letzten Königs wurde das Konsulat angeblich eingeführt. Der erste Konsul war Lucius Iunius Brutus. Diese Theorie ist umstritten, wie auch andere Ereignisse, die vor 300 v. Chr. stattfanden. Es ist davon auszugehen, dass das Konsulat in der frühen Republik nur von Patrizier bekleidet wurde. Das änderte sich mit den Ständekämpfen. Ab 367 v. Chr. ist das Gesetz auch den Plebejern zugänglich. Ein Konsul musste Plebejer, der andere Patrizier sein. Es wird angenommen, dass diese Regel der Kontrolle diente. Plebejer, die die höheren Ämter einnahmen und Patrizier verschmolzen zu einer abgeschlossenen Adelsschicht, der Nobilität. Die auf den unterschiedlichen Schichten beruhende Kontrollfunktion entfiel und die Kollegialität diente der Verhinderung von Amtsmissbrauch.

Die Wahl zum Konsul

Die Konsuln wurden von den Zenturiatskomitien gewählt. Die Bevölkerung der Stadt Rom war in verschiedene Komitien eingeteilt. Die Abstimmung für einen Kandidaten erfolgte nicht, dass jede Person geheim und frei seine Stimme abgab. Es wurde pro Zenturiatskomitie abgestimmt. Hatte ein Kandidat die erforderlichen Stimmenzahl, wurde der Wahlvorgang beendet. Wer Konsul werden wollten, musste den cursus honorum durchlaufen haben. Er musste die Ämter des Quästors, des Ädilen und des Prätors bekleidet haben. Sein Alter musste mindestens 43 Jahre sein. Wie alle Ämter der Römischen Republik war auch das Konsulat auf ein Jahr begrenzt. Überwiegend wurden zwei Konsuln gewählt. Verstarb ein Konsul oder trat zurück, wurde ein Ersatzkonsul nach gewählt. Verstarben beide Konsuln, ernannte der Senat einen Interrex, dessen Aufgabe die Abhaltung der Konsulwahlen war.

Die Kompetenzen des Konsuls

Die Konsuln hatten eine große zivile und militärische Macht. Sie wurde durch die Möglichkeit des Vetos des Kollegen begrenzt. Auch ein Volkstribun konnte eine Entscheidung eines Konsuls rückgängig machen, wenn die Entscheidung die Amtsgewalt des Volkstribuns berührte. Die Konsuln führten im Senat den Vorsitz. Dabei wechselten sie sich monatlich ab. Waren beide Konsuln beim Heer, wechselten sie den Oberbefehl täglich. Konsuln brachten Gesetzanträge im Senat ein, weihten Tempel, vollzogen Opferungen und die Vorhersagen, die aus dem Vogelflug oder Knochen von Opfertieren gelesen wurden (Auspizien). Das Konsulat war überwiegend ein politisches Amt.

Das Konsulat in der Kaiserzeit

Das Amt verlor seinen politischen Einfluss. So wurde der Konsul nicht mehr vom Volk gewählt, sondern zuerst vom Senat und später vom Kaiser verliehen. Bis zu der Zeit des Kaiser Maximinus Thrax wurden nur gewesene Konsuln Kaiser. Das Amt blieb hoch angesehen und war ein Zugang zur Reichsaristokratie.