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Plebejer

Die Geschichte des Römischen Reiches beginnt bereits im 8. Jahrhundert vor Christi. Mit den Jahren bildeten sich schließlich auch verschiedene Gruppierungen in der Bevölkerung heraus.

Plebejer

Im antiken Rom waren die Plebejer das einfache Volk, welches vor allem aus Handwerkern bestand.

Die Bevölkerungsgruppen im antiken Rom

Im antiken Rom waren die Plebejer das einfache Volk, welches vor allem aus Handwerkern und Bauern bestand. Man kommte sie auch als “Bürger zweiter Klasse” bezeichnen. Ihren Lebensunterhalt verdienten sie durch eigene Arbeit und konnten oft nur mit Mühe und Not die Familien ernähren. Nur wenige waren als Händler oder Unternehmer reich geworden. Doch auch sie konnten nicht in die Schicht der Patrizier aufsteigen.

Die Patrizier waren im römischen Reich die Nachfahren der alten Adelsgeschlechter und besaßen so die gesellschaftliche und politische Macht sowie auch das Monopol für die Ämterbesetzung und Priesterschaft. Neben den Plebejern und Patrizier gab es auch noch die Gruppe der Sklaven. Sie besaßen keine Rechte und umfassten in der Blütezeit des antiken Roms sogar bis zu zwei Drittel der Bevölkerung.

Die Ständekämpfe

Seit Entstehung des Römischen Reiches unterstanden die Plebejer der Macht der Patrizier. Doch im Laufe der Jahre wollten sie sich damit nicht mehr zufrieden geben. Ihr Ziel war mehr politischer Einfluss und auch der Zugang zu den Staatsämtern. So kam es zu den Ständekämpfen, denn die Plebejer wussten inzwischen, dass sie für den Staat untenbehrlich waren. In Zeiten des Friedens sorgten sie für Wohlstand, indem sie ihre Felder bestellten. Während des Krieges mussten sie dann für die Patrizier in den Kampf ziehen und riskierten dabei ihr Leben. Somit konnte die Oberschicht nicht auf sie verzichten. Die Kämpfe zogen sich dabei ab dem 5. Jahrhundert vor Christi über mehrere Jahrhunderte.

Mit den Jahren erhielten die Plebejer dann mehr und mehr Rechte, so z.B. im Jahr 445 v. Chr. das Recht der Ehe mit Patriziern oder aber im Jahr 367 v. Chr. das Recht auf das Konsulat, zu dieser Zeit das höchste Amt in der Römischen Republik, aber auch auf die weiteren Magistrate. Diese Möglichkeit wurde wenn überhaut allerdings nur den reichen Plebejern zuteil. Die Voraussetzung, ein guter Redner zu sein, musste dafür in jedem Fall erfüllt sein. Den Höhepunkt der Ständekämpfe im antiken Rom markierten aber die Zwölftafelgesetze gegen 450 v. Chr., auf die sich das Volk von nun an berufen konnte.

Schafften es die reichen Plebejer, ein Magistrat, als ein Amt zu bekommen, wurden sie nach Beendigung ihrer Amtszeit in den Senat aufgenommen, welcher die Richtung der Politik bestimmte. Für die armen Plebejer gab es die Möglichkeit, Volkstribune zu wählen. Diese besaßen ein Vetorecht und konnten es bei staatlichen Amtshandlungen einsetzen, wenn sie mit diesen nicht einverstanden waren. Betrachtet man die Zeitspanne, während der die Plebejer für ihre Rechte kämpften, erstreckt sich diese über mehrere Jahrhunderte bis sie schließlich die gesetzliche Gleichstellung erreichten.