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Senat

Der römische Senat gilt als die politisch bedeutendste Institution der römischen Republik. Er stand für Tradition und verlieh der ansonsten von häufigen Amtswechseln geprägten politischen Ordnung Roms Kontinuität. Häufig wird er als heimliche Regierung der römischen Republik verstanden. Auch als Versammlung der Alten bezeichnet, ergab sich die exponierte Stellung des Senats nicht ausschließlich aufgrund dessen Befugnisse als politisches Gremium, sondern war insbesondere auch durch das sehr hohe Ansehen der Senatoren bedingt.

römische Senat

Der römische Senat gilt als die politisch bedeutendste Institution der römischen Republik.

Die im römischen Senat vertretenen Personen, die ca. 300 Senatoren, waren im Regelfall angesehene ehemalige Beamte. Sie wurden in ein Amt gewählt und erlangten im Anschluss an eine einjährige Amtszeit das Recht, einen Senatssitz einzunehmen. Über die endgültige Besetzung des Senats wurde vom obersten Magistrat entschieden. Die Aufnahmekriterien wurden im Laufe der Zeit schrittweise herabgesenkt. Im Zuge dieser Entwicklung wurde der Weg in den römischen Senat auch den Plebejern eröffnet. Er blieb jedoch überwiegend mit Patriziern und den Plebejern besetzt, die das Amt des Konsulats erreicht hatten. Der Senatsvorsitz durfte ohnehin ausschließlich von Patriziern bekleidet werden.

Maßgeblicher Einfluss auf die römische Politik – weitreichende Zuständigkeiten

Mit dem Niedergang des Königtums und dem Beginn der Republik begann die Zeit des römischen Senats als Legislativorgan und heimliche Regierung Roms. Die Rechtskraft der Senatsbeschlüsse – diese werden gelegentlich auch als decretum oder sententia bezeichnet – wurde nie formal festgehalten. Senatsbeschlüsse waren somit nicht bindend. Formal stellte ein Beschluss lediglich einen Rat dar. Dennoch nahm der Senat bis in die Zeit des Augustus und zeitweilig auch darüber hinaus maßgeblichen Einfluss auf die römische Politik, denn in der politischen Praxis dieser wurde einem Senatsbeschluss äußerst selten widersprochen. Eine Missachtung des Senats kam einer Missachtung des Staates gleich.

Der römische Senat hatte weitreichende Richtlinienkompetenzen in einigen der zentralen politischen Handlungsfelder. Er bestimmte insbesondere die Außenpolitik, verwaltete die Staatsfinanzen und betätigte sich gesetzgeberisch. Auch als die Gesetzgebung an die Volksversammlung übertragen wurde, behielt er seinen Einfluss auf diese. Im Regelfall wurde über Senatsvorlagen befunden. Besondere Handlungsbefugnisse hatte der Senat bezüglich der inneren Ruhe und öffentlichen Ordnung. So konnte er angesichts höchster Gefahr mittels eines außerordentlichen Beschlusses den Staatsnotstand erklären und einen Konsul mit der Wiederherstellung der Ordnung beauftragen. Hierbei durften bestehende Gesetze verletzt werden.

Weitere Senatsbefugnisse:

– Empfang ausländischer Gesandter
– Einsatz von Provinzstatthaltern, Oberkommandierenden
– Befinden über Beschlüsse der Zenturiatskomitien